
Quelle: Ph Fuchs
„Weil Gott selbst in unser Dunkel herabsteigt, ja, sich selbst in das Dunkel hineinbegibt, dürfen wir das Dunkel in unserem Leben zulassen – in der absoluten Gewissheit, dass uns Gott irgendwann und nirgendwo näher ist als gerade dann. Wir brauchen uns nicht zu maskieren, irgendwelche Rollen zu spielen, mit unendlicher Kraft zu versuchen, jemand zu sein, der wir gar nicht sind – wir dürfen das Dunkel, das Schweigen, die Verlassenheit zulassen, weil Gott selbst sie mit uns teilt. Wir dürfen unsere Gebrochenheit zulassen, weil Gott sich selbst brechen lässt, damals am Kreuz und immer wieder neu in jeder Feier der Eucharistie.“
(Andrea Schwarz)
„nicht Maria von Magdala findet Jesus, sondern Jesus findet sie“
Nach der Katastrophe des Karfreitags ist die Welt nicht mehr in Ordnung, und dazu drei Tage später, erst recht nicht. Der Ort der Trauer ist kein Ort der Trauer, weil der Tote nicht mehr da ist, wo er sein sollte. Die Jünger und Maria verstehen die Welt nicht mehr.
Maria bleibt in ihrer Trauer. Sie verleiht ihrer Trauer Ausdruck, … sie weint … kommt in einen inneren Dialog, sie sucht nach einer Antwort für ihre Tränen, für ihren Verlust, ihre Unsicherheit, ihre Orientierungslosigkeit.
Auch der Blick nach hinten verändert erstmal nichts. Weiß der Gärtner Genaueres?
Erst die Initiative des auferstandenen Jesus lässt sie erkennen, wer hinter ihr steht. Ganz zärtlich, vertraut, spricht er sie mit ihrem Namen an. Maria wendet sich weiter um, ihr Blick klärt sich und sie sieht ihn.
„der Auferstandene findet uns“
Karfreitag und Ostern zeigen, dass Gott die Dunkelheiten menschlicher Existenz teilt und mit aushält. Auch ohne es zu merken, er ist jeden Tag da, wenn es in Menschen „dunkel“ ist! Die Osterbotschaft in der Bibel ermuntert, den Blick neu in eine ganz andere Richtung zu lenken, so wie Maria in ihrer Trauer.
Ostern zeigt, dass auch in dieser Zeit Gott zu uns steht und hinter uns ist.
Was gäbe es da zu entdecken, wenn wir uns um 180° umdrehen?
Vielleicht sehen Sie Vertrautes mit neuen Augen, die Blume am Wegesrand, die überraschende Mail, die Freude, wie es ist wieder nach Hause zu kommen …
Schauen Sie sich doch mal um!
Er, der Auferstandene findet uns, schon lange bevor wir angefangen haben zu suchen.
Wir vom Seelsorgeteam wünschen Ihnen ein frohes Osterfest.
Pastoralreferent Philipp Fuchs

